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Als der Ölpreis die Marke von 100 US-Dollar je Barrel erreicht hat, ging es schon an unsere Geldbeutel. Verdoppelt sich der Ölpreis bald? Dies könnte ein Szenario sein, das auf uns wartet, denn: die strategischen Ölreserven nähern sich dem Ende.

Der Ölpreis wird dann weiter in die Höhe springen, eine Steigerung von 50 Prozent ist realistisch. Möglich ist sogar ein Anstieg des Ölpreises auf bis zu 200 US Dollar je Barrel.

Die Sperrung der Straße von Hormus zwingt uns alle in die Knie. Natürlich profitieren Anleger davon, wenn sie in der Energiekrise auf die „richtigen“ Aktien setzen. Das heißt, die großen Ölmultis könnten während der Krise und durch den hohen Anstieg des Ölpreises massiv profitieren.

Der Grund dafür liegt allerdings nicht darin, dass die drei großen Ölkonzerne ihre Öl-Lieferungen etwa durch die Straße von Hormus bekommen. Der Grund liegt darin, dass ihre Ölvorkommen in großen Teilen gar nicht über diese wichtige Handelsroute laufen, sondern abseits des Nahen Ostens gefördert werden. Trotzdem profitieren die Ölmultis in hohem Maße durch den Anstieg des Ölpreises. Und können so fette Gewinne erwirtschaften, Geld, das uns Verbrauchern am Ende fehlt.

Aktueller Anstieg des Ölpreis

Der aktuelle Ölpreis liegt bei 105,42 US Dollar je Barrel WTI, was einen Anstieg von 4,20 Prozent bedeutet. Der Barrel Brent Öl liegt inzwischen sogar auf 109,26 US Dollar, was einen Preisanstieg bei diesem Rohöl von 3,35 Prozent bedeutet.

Ein Ende des Preisanstiegs beim Rohöl ist nicht in Sicht. Da werden uns auch der Tankrabatt und die 12 Uhr Regel an den Tankstellen kaum helfen. Denn eines dürfte das Wahrscheinlichste sein: dass es immer Konzerne geben wird, die mitverdienen wollen an Krisen.

Und diese Krise ist etwas, was den Ölpreis wohl auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, nach oben treiben wird. Michael Fitzsimmons, Analyst bei Seeking Alpha, geht davon aus, dass die globalen Öl- und Gasmärkte „nie wieder dieselben sein“.

Was kann ich als Verbraucher tun?

Ein Anstieg des Ölpreises treibt die Preise hoch. Fossile Energien wie Öl durchziehen nach wie vor unseren Alltag. Ob als Kraftstoff für private Autos, für Lieferwagen oder in der Industrie, ein steigender Preis für Rohöl zieht die Inflation nach oben.

Wir müssen davon ausgehen, dass spätestens ab Sommer spürbare Preiserhöhungen anstehen, auch für Produkte des Alltags. Verdoppelt sich der Ölpreis sogar, dürften wir im kommenden Jahr vor einer völlig neuen Preislandschaft bei vielen Produkten stehen.

Was wir tun können als Einzelne, wenn der Ölpreis weiter so dramatisch steigt? Das ist vielleicht die schwierigste Frage, und Antwort, in dieser ganzen Krise. Wenn wir am Konsum sparen, treiben wir unsere sowieso schon desolate Wirtschaft weiter in die Knie. Wenn wir nicht sparen, wissen wir nicht, wie wir unsere Rechnungen und alles Lebensnotwendige bezahlen können. Wir stecken in einem Dilemma. Und die Politik in Europa wird dafür Lösungen finden müssen, um Abhängigkeiten zu beenden und zugleich finanzielle Bereicherungen an Krisen zu stoppen.