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Vorsicht Lastschrift-Betrügereien! Es ist ein Schreckmoment beim Online-Banking: Zwischen den üblichen Beträgen für Miete, Strom oder den Wocheneinkauf taucht plötzlich eine Abbuchung auf, die man einfach nicht zuordnen kann. Ein unbekannter Firmenname, ein merkwürdiger Verwendungszweck und ein Betrag, der unberechtigt vom eigenen Geld abgezogen wurde.

Genau vor diesem Szenario der Lastschrift-Betrügereien warnt aktuell die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Kriminelle nutzen vermehrt gestohlene Kontodaten, um unberechtigte SEPA-Lastschriften durchzuführen. Doch wie gehen die Betrüger vor, und wie können Sie sich effektiv schützen? In diesem Blogbeitrag erfahren Sie alles, was Sie jetzt wissen müssen.

Lastschrift-Betrügereien – Die Masche: Wie die Kriminellen vorgehen

Der Betrug basiert auf dem eigentlich sehr sicheren und bequemen SEPA-Lastschriftverfahren. Das Problem dabei: Um eine Lastschrift einzureichen, benötigt ein Anbieter im ersten Schritt lediglich Ihre Internationale Bankkontonummer (IBAN) und Ihren Namen.

Die Betrüger gelangen meist über Datenlecks, Phishing-Mails oder illegale Verkäufe im Darknet an diese sensiblen IBAN-Daten. Mit diesen gestohlenen Daten im Gepäck buchen sie dann Geld von den Konten ahnungsloser Verbraucherinnen und Verbraucher ab.

Um die Entdeckung so schwer wie möglich zu machen, nutzen die Kriminellen bei Lastschrift-Betrügereien oft zwei Tricks:

  1. Fiktive Firmennamen: Die Abbuchungen erfolgen unter erfundenen Unternehmensnamen, die oft professionell oder seriös klingen.
  2. Sitz im Ausland: Die Drahtzieher agieren meist aus dem Ausland, was die strafrechtliche Verfolgung und die Rückverfolgung der Zahlungsströme erheblich erschwert.

Einige der Gangster setzen bei ihren Lastschrift-Betrügereien zudem auf das sogenannte „Micro-Billing“ – sie buchen nur sehr kleine Beträge ab, in der Hoffnung, dass diese auf prall gefüllten Kontoauszügen schlicht übersehen werden. In der Masse wirft das für die Banden dennoch riesige Gewinne ab.

Das können Sie tun: Der 4-Schritte-Notfallplan

Wenn Sie Opfer einer solchen unberechtigten Abbuchung geworden sind, ist das kein Grund zur Panik. Im Gegensatz zu Überweisungen sind Sie bei Lastschriften gesetzlich hervorragend geschützt. Sie müssen im Falle von Lastschrift-Betrügereien jedoch aktiv werden.

1. Regelmäßige Kontrolle ist Pflicht

Die wichtigste Verteidigungslinie ist Ihr eigener Blick aufs Konto. Die BaFin rät dringend dazu, die Kontobewegungen regelmäßig – am besten einmal pro Woche – akribisch zu prüfen.

2. Schnell die Bank kontaktieren und rückbuchen

Haben Sie eine unberechtigte Abbuchung entdeckt? Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank. Da kein gültiges Lastschriftmandat (also keine Einzugsermächtigung) vorliegt, handelt es sich um eine nicht-autorisierte Lastschrift. Der Gesetzgeber räumt Ihnen in diesem Fall eine Frist von 13 Monaten ein, in der Sie das Geld bedingungslos zurückfordern können. Die Bank bucht den Betrag dann wieder auf Ihr Konto zurück.

3. Schriftlich widersprechen und Nachweise fordern

Zusätzlich sollten Sie den vermeintlichen Anbieter – sofern eine Kontaktadresse auffindbar ist – schriftlich (am besten per E-Mail oder Einschreiben) kontaktieren. Widersprechen Sie der Abbuchung ausdrücklich und fordern Sie das Unternehmen auf, den angeblichen Vertragsabschluss sowie die Einzugsermächtigung lückenlos nachzuweisen.

4. Anzeige erstatten

Da es sich hierbei um eine Straftat (Betrug und Datenmissbrauch) handelt, sollten Sie den Vorfall nicht auf sich beruhen lassen. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft. Das geht mittlerweile in fast allen Bundesländern ganz einfach online über die sogenannte Onlinewache.

Fazit: Wachsamkeit schützt Ihr Geld

Der aktuelle Warnhinweis der BaFin zeigt, dass Kontodaten ein begehrtes Gut auf dem Schwarzmarkt sind. Ein absolut sicherer Schutz vor dem Datendiebstahl ist kaum möglich, wohl aber der Schutz vor dem finanziellen Schaden. Machen Sie den Check der Kontobewegungen zu Ihrer Routine – so haben Betrüger keine Chance, langfristig unbemerkt zu bleiben.

Haben Sie schon einmal eine merkwürdige Abbuchung auf Ihrem Konto entdeckt? Wie hat Ihre Bank reagiert? Teilen Sie Ihre Erfahrungen in den Kommentaren, um andere Leser zu sensibilisieren!

Die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin Hauptgebäude in Bonn © BaFin