Zlatan - Hier arbeitet Ihr Geld

Die Nervosität an den internationalen Handelsplätzen wächst spürbar, und die globale Marktstimmung droht nach einer Phase der Euphorie zunehmend in Pessimismus umzuschlagen. Trotz einer zwischenzeitlichen Stabilisierung im Tagesverlauf bleibt das technische und fundamentale Bild des deutschen Leitindex deutlich angeschlagen.

DAX prallt an der 25.000er-Marke ab

Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, zeichnet in seiner jüngsten Einschätzung ein ernüchterndes Bild der aktuellen Lage. Zwar konnte sich der DAX heute von seinen Tagestiefs etwas erholen, dennoch hat sich die Situation charttechnisch eingetrübt. Laut Lipkow hat sich „das technische Bild mit dem erneuten Abprall an der 25 000er-Marke verschlechtert“.

Belastet wurde der Markt zusätzlich durch enttäuschende Konjunkturdaten aus dem Inland sowie schwache Unternehmenszahlen: „Für Enttäuschung aus fundamentaler Sicht sorgten heute die mauen Quartalszahlen des Chemiegroßhändlers Brenntag und die schwächer als erwarteten deutschen Einkaufsmanagerindizes.“ Viele Investoren müssen sich wohl eingestehen, dass der Weg aus der Krise steiniger wird als erhofft, oder wie Lipkow es prägnant formuliert: „Das Licht am Ende des deutschen Konjunkturtunnels scheint weiter entfernt zu sein, als sich das viele Investoren wünschen.“

Geopolitisches Pulverfass belastet die Marktstimmung

Auch die geopolitischen Rahmenbedingungen bieten derzeit kaum Entlastung für die fragile Marktstimmung. Eine potenzielle Entspannung im Nahost-Konflikt sei bereits vollständig in den Kursen eingepreist und falle somit als positiver Impulsgeber aus. Vielmehr warnt der Analyst vor einer trügerischen Ruhe während der vereinbarten Verhandlungszeit von 60 Tagen, in der schon der kleinste Zwischenfall zu einer erneuten Eskalation führen könnte. Lipkow findet hierzu deutliche Worte: „Die Gemengelage gleicht einem Pulverfass mit sehr kurzer Lunte.“

Tech-Korrektur und SpaceX-Kurssturz nähren Zweifel

Ebenso schwer wiegen die Korrekturen im Technologiesektor, die massiven Druck auf die Tech-Schwergewichte ausüben und die Marktstimmung weiter belasten. Allein die Aktien von SpaceX verloren in den vergangenen Handelstagen 35 Prozent und vernichteten damit rund 600 Milliarden Dollar an Marktwert. Dieser drastische Kursrutsch lässt die Zweifel an den teils astronomischen Bewertungen im Halbleiter- und Technologiesektor wieder aufleben. Die nach US-Börsenschluss anstehenden Quartalszahlen von Micron Technology werden zeigen, ob sich die allgemeine Marktstimmung weiter verschlechtert oder ob die Zahlen für eine Erleichterung sorgen können.

DAX rettet sich zum Handelsende über die 24.800er-Linie

Der DAX spiegelte diese Belastungsfaktoren im heutigen Handel deutlich wider. Nach dem fehlgeschlagenen Ausbruchsversuch am Vormittag und dem Abprall an der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten geriet das deutsche Börsenbarometer stark unter Verkaufsdruck. Im Tief rutschte der Index bis auf 24.728,57 Punkte ab. Erst im späten Geschäft setzten leichte Schnäppchenkäufe ein, die den Markt wieder etwas nach oben hievten, sodass der DAX die Sitzung letztlich mit einem Minus von 0,98 Prozent bei 24.893,58 Punkten beendete.