Die Spieltheorie ist ein mathematisches und ökonomisches Analysemodell, das untersucht, wie rationale Akteure strategische Entscheidungen treffen, wenn das Ergebnis direkt vom Verhalten anderer Beteiligter abhängt. In der Geopolitik und auf den Finanzmärkten handeln Staaten und Großinvestoren nicht isoliert, sondern kalkulieren ständig die Züge der Gegenseite ein. Als westliche Staaten im Jahr 2022 ausländische Währungsreserven einfroren, veränderte das die spieltheoretische Ausgangslage für alle anderen Notenbanken weltweit: Selbst Länder ohne aktuellen Konflikt mit den USA müssen in ihrer Risikokalkulation nun berücksichtigen, dass Devisenreserven als politische Waffe genutzt werden können, und bauen Abhängigkeiten präventiv durch den Kauf physischer Sachwerte ab.