Eine multipolare Weltordnung beschreibt ein globales Machtgefüge, in dem mehrere Staaten oder Wirtschaftsblöcke gleichberechtigt um politischen, wirtschaftlichen und monetären Einfluss konkurrieren, anstatt von einer einzigen Supermacht dominiert zu werden. Jahrzehntelang galt die Welt nach dem Ende des Kalten Krieges als unipolar, angeführt von den Vereinigten Staaten und dem US-Dollar als unangefochtener Weltleitwährung. In einer multipolaren Struktur verteilt sich diese Macht auf mehrere Zentren wie die USA, China, die Europäische Union sowie aufstrebende Bündnisse wie die BRICS-Staaten. Für die Finanzmärkte bedeutet dieser Übergang, dass der US-Dollar sein faktisches Monopol im Welthandel schrittweise einbüßt und neutrale Reservewerte wie physisches Gold oder dezentrale Kryptowährungen wie Bitcoin als unabhängige Abwicklungsinstrumente zwischen rivalisierenden Blöcken an Bedeutung gewinnen.